Wer blogt da?

Getreu dem Motto "Was bin ich?" möchte ich mich an dieser Stelle einmal selber kritisch reflektieren, sofern das aus meiner in dieser Hinsicht ja sehr subjektiven Betrachtungsweise möglich ist. Deshalb versuche ich nun die Frage zu beantworten, welche sich sicherlich Einige stellen, wenn sie über meine Beiträge stolpern und zu lesen beginnen:

Wer blogt hier eigentlich?

Wer also steckt hinter dem Nickname lonely-wolf und damit sei nicht der bloße Name gemeint, den man unschwer im Impressum (dem Staat sei dank) finden kann, sondern vielmehr die Persönlichkeit dahinter. Denn Namen, das wusste auch schon so mancher Grieche, sind nur Schall und Rauch. Ich steige nun also auf den Drahtseilakt der Selbstcharakterisierung im Internet, ohne Fangnetz oder Sicherheitsgeschirr, eine Aktion bei der sich, in den Zeiten wo Vorgesetze gerne mal ihre Arbeitnehmer ergooglen, schon manch einer das Genick gebrochen hat. Lasst uns also beobachten ob ich mit einem blauen Auge davonkomme.

Der Schrei

lonely-wolf: Was ist das denn für ein Nickname?

Eine berechtigte Frage, in der Tat. Nun ich bekam diesen Spitznamen zu Beginn meiner Internetzeit, in den Tagen wo das Modem grade auslief und alle Welt von ISDN schwärmte, von meinem Vater verpasst. Ich hatte grade eine schwierige Phase in der Schule, war etwas kräftiger gebaut, versuchte einen Misslungenen Kompromiss zwischen dem allgegenwärtigem Hip Hop und meinem geliebten Metal zu finden um mich modisch nicht total ins Abseits zu manövrieren, wurde im Umgang gern mal etwas ruppiger, neigte dazu mich selber zu isolieren, hatte einen abwegigen Humor, fand nur wenig Anklang bei den weiblichen Mitschülern ... kurz um ich war ein MOF (Mensch ohne Freunde) und man behandelte mich in der Schule dementsprechend. Da kam mein Vater darauf mich "lonely wolf" zu nennen. Irgendwann während dieser Zeitspanne muss ich auch begonnen haben in einer Art Eigentherapie Gedichte zu schreiben und habe diese unter meinem Nickname im Netz veröffentlicht. So kam ich zu diesem Nick und blieb dabei.

Und das Bloggen?

Das führen eines Internettagebuches kam erst später dazu, allerdings noch lange vor dem eigentlichen Blog-Hype, worauf ich etwas stolz bin. Ich hatte mir inzwischen per Learning by Doing eine Website gestaltet und mit etwas gratis Webspace und den damals üblichen .de.vu-Domains ins Netz gestellt. Wahrscheinlich begann ich zu bloggen, weil meine Gedichte damals bei manchen Personen im Netz tatsächlich Anklang fanden oder zumindest Aufmerksamkeit erregten. Da ich als Einzelkind schon immer gerne Aufmerksamkeit bekam, fing ich an zu bloggen. Am Anfang noch über meinen ganz normalen Alltag, ich regte mich über die Schule und die restliche Welt auf und schrieb meinen Frust ins Netz, was mir tatsächlich half. Nach und nach kamen auch Themen aus der Weltpolitik dazu, welche mir ziemlich stanken und die Anzahl der Gedichte wuchs auch noch um einiges an.
Sehr spät musste ich dann jedoch auf, für mich sehr schmerzhafte, Art und Weise erfahren, dass es wirklich nicht jedem genehm war, wenn man in meinem Blog lesen konnte was ich über ihn/sie dachte oder empfand, selbst wenn ich mich bemühte immer keine Namen zu schreiben, konnte man das ein oder andere mal wohl deutlich zwischen den Zeilen lesen. Also sattelte ich um, schrieb mehr und mehr über politisches und verdrängte bis auf wenige Ausnahmen das Private vollends in meine Lyrik.

Der Schrei

Wer bist du denn jetzt?

Manchmal wäre ich sehr froh, mir selber diese Frage ausreichend beantworten zu können, dennoch will ich es versuchen:
Fangen wir ganz allgemein an: Ich bin Anfang 20, habe meine Schulzeit samt Abitur mehr oder minder erfolgreich hinter mich gebracht, gleiches gilt für meinen Wehrdienst, welchen ich bei der deutschen Marine abgearbeitet habe. Im Moment studiere ich, nach einem Praktikum als Webdesigner, Politische Ökonomie an der Universität Heidelberg. Allerdings bin ich nebenbei auch noch immer als Freelancer für Webdesign tätig und versuche so zu etwas Geld zu kommen (wieder mehr oder minder erfolgreich). Unterdessen engagiere ich mich bei den JUSOS und den Falken (SJD), würde am liebsten die ganze Welt ändern und einigen Leuten so richtig auf die Füße treten. Es bleibt abzuwarten wie viel Erfolg ich mit all dem haben werde.

Wenn neben diesen Tätigkeiten noch Zeit übrig bleibt, so opfere ich sie guten Freunden, sei es beim Rollenspiel (egal ob online oder offline mit Stift und Papier) oder beim Sport (vornehmlich Basketball). Zudem nehme ich mir auch gerne mal meinen Hund und marschiere mit ihm in und als Jägersmann, der ich nebenbei auch noch bin, durch den Wald und wenn es sein muss helfe ich bei meinen Eltern im hauseigenen Tierbedarfshandel.


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