Es wurde nun endlich Zeit darüber zu schreiben, ich nutze es schon lange mit immer noch wachsender Begeisterung und empfehle es auch gerne weiter. Die Rede ist von dem etwas anderen, nein, ganz anderen Internetradio Last.fm! Ein Radio wo man als Höhrer wirklich das Programm aktiv bestimmt, das Web macht es möglich.
Wie es funktioniert? Nun, eigentlich sehr simpel, du lädst dir die Software von lastfm.de herunter, erstellst dir einen Account und dann geht es los. Du gibst deinen Lieblingskünstler oder deine bevorzugte Musikrichtung an und Last.fm macht dein Programm, was anhand deiner Bewertungen und Eingaben immer individueller auf deinen Geschmack abgestimmt wird je öfter du Last.fm hörst. Dabei bekommst du nicht nur die Größen aus deinem gewählten Genre zu hören, sondern die Software spielt auch immer öfter nicht ganz so bekannte Bands zum kennenlernen ein und fein dosiert dazwischen hin und wieder deine Lieblingslieder. Das Beste kommt noch: Kein Moderator, der dir dazwischen labert, keine Werbung, keine Verkehrsmeldungen, nur deine Musik aus den Boxen!
MTV kann einpacken, hier kommt Last.fm!
Wer dachte dies sei alles, der hat die Jungs von Last.fm wirklich unterschätzt, denn Last.fm hat nicht nur deine Musik, sondern auch die Musikvideos deiner Bands und natürlich Konzerte, Infos, etc. alles auf deinen Geschmack abgestimmt und vollkommen kostenlos! Wo der Hacken ist? Ich habe ihn selber lange gesucht und nicht gefunden, einen kleinen Nachteil hat das System dennoch, den ich nicht vorenthalten will: Man kann nicht ein bestimmtes Lied abspielen lassen, zumin. nicht länger als 30 Sekunden, es sei denn man zahlt eine monatliche Gebühr um vollkommen autonom sein eigenes Radioprogramm zusammenzustellen. Allerdings kannst du auch in der kostenlosen Version gehörte Lieder in deine Playlist aufnehmen und jene kannst du dir so oft anhören wie du nur möchtest. Dazu kommt, dass Last.fm auch dann Daten sammelt (sofern nicht anders eingestellt), wenn du z.B. mit Winamp deine eigene Filesammlung anhörst, so erkennt das Musik-Netzwerk immer genauer deinen Musikgeschmack, macht dir Konzert-Vorschläge, passt dein Radioprogramm an uvm.
Woher Last.fm all seine Daten bekommt? Ob du es glaubst oder nicht, von den Künstlern selber oder von den großen Plattenfirmen wie jedes andere Radio auch und das ganze funktioniert tadellos und ist natürlich vollkommen legal, denn du hörst ja Radio!
Ach was war das für ein pseudo-philosophischer Aufruhr, als 1999 der
Science Fiction Film „Matrix“ in die Kinos kam. Der Mensch nicht mehr
als eine Batterie für intelligente Technik, die des Menschen Sein in
einer für ihn völlig zufriedenstellenden, fiktiven Welt gefangen hält.
Noch heute hat dieser Film viele Anhänger, die gerne darüber
diskutieren ob dem nicht wirklich so ist. Dennoch hat Matrix durch
seine beiden Fortsetzungen (leider) viel an seiner Faszination
verloren. Allerdings möchte ich nun nicht wirklich all diese Zeilen an
einen Hollywood Blockbuster verschwenden.
Was mich beschäftigt ist, wie sehr wir uns doch grade selber diese
Welten bauen um unser reales Sein darin zu vergessen. Wenn man in den
letzten Monaten die Medien verfolgt hat, konnte man einem Thema nicht
ausweichen: Second Life, angeblich das Spiel der Spiele. Die
Parallelwelt schlecht hin. Durch die Möglichkeit die dort übliche,
fiktive Währung direkt in echte Dollars umzutauschen, sollen schon die
ersten Spieler im wahren Leben Millionen gemacht haben. Quasi ein neue
Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, Geschäfte eröffnen und
Freizeitarenen werden Gestaltet, große und namhafte Firmen Werben und
Verkaufen ihre fiktiven Produkte und selbst die ersten Staaten eröffnen
Botschaften in dieser fiktiven Welt, das muss man sich einmal vor Augen
führen!
Obwohl ich einst ein großer Fan dieser Fantasiewelten war und es in
gewisser Hinsicht bin, beunruhigt mich dieses Ausmaß an
Realitätsverlust doch auf eine unbestimmte Art und Weise. Gerne sehe
auch ich die Chancen die eine friedliche Welt des Zusammenseins im Web
ermöglichen kann. Allerdings finde ich es um so erschreckender, dass
sich eine Elite (denn das sind alle Internetnutzer, besieht man die
Anzahl derer die nicht einmal fließend Wasser haben) in einer heilen
online Welt verkriecht und die Augen vor den großen Probleme die wir
auf unserer realen Welt haben verschließt.
In meinem eigenen Freundeskreis darf ich erleben, dass man wegen
Ereignissen in Wolrd of Warcraft Termine verschiebt oder ganz ausfallen
lässt. Das man in Spielen wie Second Life oder dergleichen
Lebenspartner und Ehepartner haben kann die unter Umständen realen
Freunden vorgezogen werden. Mitunter hat so mancher Teenie zum ersten
Mal Cybersex vor seinem ersten Kuss im wirklichen Leben und würde uns
unser Körper nicht noch an diese Welt binden, ich bin mir sicher manch
einer wäre schon lange mit seinem Computer eine Symbiose eingegangen.